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Passives Einkommen: Wie Sie Ihr digitales Produkt (E-Book, Mp3 oder Video) automatisiert mit Shopify verkaufen können

Im Jahr 2013 habe ich eine Sammlung meiner Erfahrungen im Stromspeicherverkauf in dem Buch „Die smarte Batterie“ zusammengestellt. Als Autor des ersten Buches im Bereich „stationäre Stromspeicher / Heimspeicher“, fehlten mir die Vergleiche mit anderen Büchern, z.B. auf Amazon, und ich stellte ich mir folgende Fragen:

  • Wie kann ich dafür sorgen, dass meine LeserInnen immer die aktuelle Version des Buches zur Verfügung haben? Der Markt ändert sich kontinuierlich und ich möchte das Buch jährlich updaten (noch heute haben meine LeserInnen eine Update-Garantie auf mein Buch „Die smarte Batterie“ )
  • Wie kann ich es schnell liefern, ohne auf eine Einzahlung zu warten, um es dann zu verschicken?
  • Wie viele Leute würden überhaupt mein Buch kaufen?
  • Wie kann ich am besten online-Werbung für mein Buch schalten und den Erfolg messen?

Das erste digitale Produkt

Ein physisches Buch in Druckform würde hier nicht helfen, darum entschied ich mich für ein digitales E-Book in PDF-Form. Die Fertigstellung dauerte mehrere Monate inklusive Korrekturlesen, Formatanpassungen etc. Auch hier hat es sich als sehr praktisch erwiesen, ex post noch Änderungen am E-Book vornehmen zu können, da hier und da noch Fehler aufgetaucht waren. Bei einem Buch in Druckversion wäre das nicht möglich gewesen.

Die Frage war nun, „wie schaffe ich es, dass jeder Kunde / jede Kundin, das digitale Produkt automatisch und sofort nach Zahlungseingang erhält?

Wie soll ich die Zahlungsabwicklung einstellen, damit der Prozess  möglichst komfortabel für die Käuferin/den Käufer abläuft?

Amazon stellte für mich keine Option dar, da ich keine Kundendaten bekommen würde und somit in Zukunft keine Buch-Updates schicken konnte. Da das Buch mehr als 10€ kosten sollte, wären auch die Abgaben an Amazon (damals 70%)  definitiv zu hoch gewesen.

Eine mögliche Variante wäre gewesen, auf die Überweisung zu warten und danach das Buch per E-Mail zu verschicken. Alternativ könnte ich einen Downloadlink für das Buch platzieren, auf den man erst dann Zugriff erhält, wenn der Kaufbetrag bezahlt worden ist. Eine solche Möglichkeit bietet nämlich Paypal mittels eines „Buy Buttons“ an, aber ohne kostenpflichtigen Händleraccount konnte ich ausschließlich Zahlungen von und über Paypal  akzeptieren, jedoch keine Kreditkartenzahlungen. Das Buch war aber auf Deutsch geschrieben und Paypal ist im deutschsprachigen Raum nicht so weit verbreitet, wie im angelsächsischen.

Wie Sie Ihr digitales Produkt vollkommen automatisiert verkaufen können

Die beste Lösung habe ich bei Shopify gefunden. Zwar ist der Shop eigentlich für eine Vielzahl von Produkten geeignet, aber man kann natürlich auch nur ein einzelnes Produkt anbieten. Eventuell kommen ja später noch weitere hinzu?

So hatte ich zu Beginn das E-Book und seine Audioversionangeboten (derzeit biete ich nur noch das E-Book als PDF an, da die Aktualisierung der Audio-Version im Tonstudio immer zu aufwändig wäre).

Shopify kommt automatisch mit mehreren Integrationen für Zahlsysteme – ich hatte mir „Paymill“ und „Stripe“ angesehen, wobei „Stripe“ hier definitiv die schnellere und unkompliziertere Variante war. Die Integration wird von Shopify quasi suggeriert; binnen 3 Minuten hatte ich das Bezahlsystem mit dem Onlineshop verbunden. Somit konnte ich sofort Zahlungen über Paypal oder die gängigen Kreditkarten (Visa, Mastercard) akzeptieren.

Die Zustellung Ihres digitalen Produkts

Nun ging es nur noch um die digitale Zustellung: Hier ist der riesige App-Marktplatz von Shopify sehr praktisch. Schnell habe ich das passende Programm gefunden, nämlich „FetchApp“. Diese App ist in nur 15 Sekunden mit Shopify verknüpft und stellt Ihrem Käufer / Ihrer Käuferin den Downloadlink sofort nach Bezahlung per E-Mail zu.

Um Missbrauch und die Weiterverteilung Ihres Produktes zu vermeiden, können Sie die Anzahl der Downloads limitieren, beispielsweise auf 3 (da ich möchte, dass meine LeserInnen mein Buch auch auf mehreren Medien downloaden können). Zeitlich kann man die Möglichkeit des Downloads ebenfalls beschränken – idealerweise nur ein bis zwei Wochen, nach denen der Link abläuft. Die Verknüpfung erfolgt sehr einfach und viele Einstellungen sind bereits vorkonfiguriert. Zwei Anpassungen sind jedoch besonders wichtig und können nur manuell durchgeführt werden:

1) Wenn Sie in Fetchapp die Dateien hinterlegen, die Ihre Käufer downloaden können sollen, müssen diese unter derselben SKU(stock keeping unit) wie in Shopify hinterlegt sein.

2) Für die automatisierte Zustellung nach Zahlungseingang über Stripe, sollten Sie den Link „automatische Zustellung/Automatically Fulfill…“ aktivieren.

Der Vollständigkeit halber übersetzen Sie am besten die Zustellemail auf Deutsch und der automatische Prozess ist nun gestartet.

Kosten für Ihren digitalen Onlineshop ( Shopify+Fetchapp)

Wenn Sie gerade mit Ihrem ersten Produkt starten, sind die Kosten natürlich ein wichtiger Faktor. Sie wissen ja nicht, wie viele Produkte Sie verkaufen werden. Darum startet man am besten so günstig wie möglich.

Der große Vorteil von Shopify ist, dass es Software-as-a-service (SaaS) ist. Sie tätigen hier keine hohe Anfangsinvestition für die Software, sondern zahlen eine monatliche Nutzungspauschale sowie einen marginalen Umsatzanteil. Das heißt, je mehr Sie verkaufen, desto höher wird Ihr monatlicher Beitrag. Gerade bei digitalen Produkten ist die Verkaufsmarge hoch genug, so dass dieser variable Anteil nicht ins Gewicht fällt.

Ich arbeite mit einem simplen Buy-now button von Shopify-Lite, den ich in einige Blogs integriert habe. Das funktioniert sehr gut und ist wirklich günstig. Shopify Lite kostet nur 9 US$ im Monat und, kombiniert mit dem externen Bezahlsystem „Stripe“, fallen pro Transaktion nur 2% des Umsatzes zusätzlich an.

Das Zustell-Programm für meine digitalen Files „Fetchapp“ ist, bis zu einer Dateigröße von 5MB (die für ein PDF vollkommen ausreichen), sogar kostenlos.

Onlineshop mit automatischer Rechnungslegung

Ein wichtiger Punkt für mich ist die Rechnungslegung. Ich habe viel Fachpublikum, deshalb brauche ich ein Programm, dass nicht nur die Rechnung für das E-Book per E-Mail schickt, sondern diese auch als PDF an meine KundInnen UND (für die Steuererklärung) auch an mich sendet – fortlaufende Rechnungsnummer, Logo, ausgewiesene USt. natürlich inklusive.

Hier habe ich das (anfangs) ebenfalls kostenlose Programm „Invoicify“ genutzt. Eigenes Logo rein, die Mehrwertsteuer definieren und man erhält wunderschöne Rechnungen, mit denen auch Geschäftskunden problemlos die Vorsteuer geltend machen können. (Achtung – Bücher unterliegen in Österreich zwar nur einer USt. von 10%, digitale Produkte hingegen, und dazu zählen E-Books, unterliegen aber der 20%igen Besteuerung, in Deutschland der 19%igen). Für die ersten 5 Rechnungen im Monat bezahlen Sie nichts. Auch wenn Sie zu Beginn nur 4 Bücher in einem Monat, im nächsten 10 Stück verkaufen und das Planlimit überschreiten, gibt es kein Problem, man wird nicht sofort in den nächsten Aboplan hochgestuft, sondern erst bei kontinuierlich hohen Absatzzahlen!

Los geht’s mit Ihrem digitalen Produkt!

Sobald alles miteinander verknüpft ist, rate ich Ihnen, Testkäufe zu machen. Zwar kann man bei dem Programm “Stripe” einen Testmodus aktivieren, ich teste mein Verkaufssystem aber lieber unter realen Bedingungen. Darum habe ich mein Buch mehrmals selbst gekauft, um den ganzen Prozess aus Kundensicht durchzuspielen. Hier ist das Schöne an “Stripe”, dass man mit einem Klick einen „Refund“ erstellen kann. Es erfolgt also sofort wieder eine Gutschrift auf das Konto des Käufers/der Käuferin. Zum Glück musste ich das bisher nur bei meinen eigenen Testkäufen machen, nicht bei Käufen anderer KundInnen….

Bezüglich Shopify habe ich noch einen kleinen Tipp für Sie: die Übersetzungen sind wirklich hervorragend (im Vergleich zu jenen von vor 5 Jahren). Hier können Sie mit nur einem Klick praktisch alles auf Deutsch oder auf eine andere Sprache umstellen! Vergessen Sie aber bitte nicht auf die Widerrufsbelehrung für Fernabsatzgeschäfte, Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Ihr Impressum, die Sie allesamt selber verfassen müssen!

Des Weiteren empfehle ich Ihnen, eine Kaufanleitung zu erstellen; hier erklären Sie ganze kurz, wie Ihr Kunde/Ihre Kundin für Ihr Produkt bezahlen kann, welche personenbezogenen Daten notwendig sind, wann das Produkt zugestellt wird und wo man es schließlich downloaden kann. Das ist kundenfreundlich und spart Ihnen auch zahlreiche Anfragen, falls der Downloadlink nicht binnen Sekunden, sondern erst nach einer Minute zugestellt wird (was vorkommen kann).

Somit haben Sie Ihr erstes digitales Produkt online gestellt und Ihre KundInnen können es nun 24/7 in Ihrem Onlineshop kaufen! Herzlichen Glückwunsch!